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 Betreff des Beitrags: Krankenversicherungsgesetz (KVG)
BeitragVerfasst: Mi 18. Jan 2012, 12:36 
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Administrator

Registriert: Do 5. Jan 2012, 15:07
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Gemäss dem Krankenversicherungsgesetz (insbesondere Art. 25 und 25 a) muss die Krankenkasse die Kosten der Pflege - ob im Spital oder zuhause - übernehmen, sofern die Pflege von einem Arzt verordnet, und "in der notwendigen Qualität, effizient und kostengünstig" von "anerkannten Leistungserbringern" erbracht wird. Genaueres wird in der Verordnung über die Krankenversicherung festgelegt.

Das bedeutet unter vielem Anderen:

1. Eigentliche Pflegeleistungen am Körper (z.B. Ankleiden, Toilettengang, Wundpflege) müssen grundsätzlich von der Krankenkasse übernommen werden. Nicht jedoch Aufgaben wie Haustier- oder Pflanzenbetreuung, Kleider waschen, Wohnung putzen etc.

2. Die Krankenkassen müssen jedoch nur die (für sie) kostengünstigste Art der Pflege übernehmen. Das heisst, wenn der Pflegeaufwand ein gewisses Minimum (ca. 1,5 Stunden pro Tag) überschreitet, so dass die Kosten für die Krankenkasse höher sind, als was sie an die Pflege in einer Institution bezahlen müsste, muss die Krankenkasse diese zusätzlichen Kosten nur dann übernehmen, wenn betroffene Person in einer Pflegeinstitution nachweislich eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität in Kauf nehmen müssen. Wer zum Beispiel beruflichen oder freiwilligen Aktivitäten nach geht (z.B. ein politisches Amt inne hat oder z.B. im ZSL mitarbeitet) und zeigen kann, dass er diese aufgeben müsste, wenn er im Heim wäre, kann mit dieser Begründung etwas mehr SPITEX-Leistungen von der Krankenkasse verlangen (ca. 1-2 Stunden mehr pro Tag).

3. Dein Arzt muss diese Leistungen anordnen.

4. Diese Leistungen dürfen NUR von anerkannten Dienstleistern erbracht werden wie z.B. private oder öffentliche SPITEX-Organisationen. Sie haben eine "Krankenkassen-Nummer" und rechnen meist direkt mit Deiner Krankenkasse ab. Einige SPITEX-Organisationen sind bereit, von Dir selber gesuchtes Personal einzustellen. Nachfragen und verhandeln!

5. Man unterscheidet zwischen Grundpflege (z.B. Essen eingeben, Ankleiden, Toilette, Mobilisieren, Waschen etc.) und Behandlungspflege (Z.B. Wundversorgung, Medikamenten Abgabe und andere medizinische Handlungen die eine entsprechende Ausbildung voraussetzen). Die Behandlungspflege wird von der Krankenkasse höher vergütet als die Grundpflege.

6. Auf alle SPITEX-Leistungen musst Du grundsätzlich einen Selbstbehalt bezahlen. Der Bundesrat hat jedoch Grenzen festgelegt, die diese selber zu tragenden Kosten nicht überschreiten dürfen. Die genauen Regelungen hierzu sind kantonal festgelegt (sie Thema "Kantonale Regelungen" unten in diesem Forum).

7. Wenn Du einen Assistenzbeitrag für selber angestellte Assistenz bekommen willst, denke daran, dass Dir in diesem Fall die von der Krankenkasse (SPITEX) übernommene Grundpflege vom Assistenzbeitrag wieder abgezogen wird. Du erhältst dann um diesen Teil weniger Assistenzbeitrag.


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