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BeitragVerfasst: So 8. Mai 2016, 13:15 
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Registriert: So 8. Mai 2016, 12:54
Beiträge: 1
Hallo

Ich bin Daniel und bin 45 Jahre alt. Ich bin in einer IV Abklärung zur Zeit läuft die Rentenprüfung. Nach 23 JAhren auf dem 1. Arbeitsmarkt bin ich wegen meiner celebralen Lähmung nicht mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeiten. Ich habe aber bei meinem Arbeitgeber die Chance weiter zu arbeiten jedoch mit einer IV-Rente.

Ich wohne zur Zeit noch im Hause bei meinen Eltern. Diese unterstützen mich bei meinem täglichen Leben. Nun ist mein Wunsch da selber zu wohnen. Meine Behinderung wird auch nicht besser und ich bin immer mehr auf meinen Rollstuhl angewiesen. Meine jetzige Wohnung ist nicht rollstuhlgängig.

Mein Wunsch ist es eine eigene Wohnung zu finden und mit der Hilfe des Assistenzbeitrag den Haushalt zu führen.

Hier einige Fakten über mich....

Ich werde eine IV-Rente bekommen.....
Ich habe im 1. Arbeitsmarkt gearbeitet und mache das bis zum Eintritt in die IV noch.
Ich habe eine Ausbildung mit EFZ abgeschlossen....
Ich bekomme keine Hilfslosenentschädigung.....

Wie muss ich vorgehen um Assistenzbeiträge zu bekommen und bekomme ich überhaupt Assistenzbeiträge??

Was übernimmt die Assistenzbeiträge?? Haushaltshilfe?? Miete auch???

Danke für Eure Hilfe.....


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BeitragVerfasst: So 15. Mai 2016, 11:59 
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Registriert: Do 5. Sep 2013, 16:23
Beiträge: 53
Hallo Daniel

Hier https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversiche ... ag#qa-1237
wird erklärt, dass der Bezug einer Hilflosenentschädigung vorausgesetzt wird, um Assistenzbeiträge zu beziehen.

Du schreibst, dass Du voraussichtlich eine IV-Rente erhalten wirst, diese aber noch nicht hast. An deiner Stelle würde ich dann überprüfen, ob Du Anspruch hättest auf eine Hilflosenentschädigung. Und erst wenn das abgeklärt und verfügt worden ist, hättest Du die Grundladen für einen Antrag auf Assistenzbeiträge.

Hier https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversiche ... osenentschädigung#qa-1234
wird erklärt, wer auf eine Hilflosenentschädigung Anspruch hat.

Um den Anspruch geltend zu machen, musst Du wirklich in jedem einzelnen Lebensbereich belegen können, in wie fern Du einen Bedarf an Hilfe hast.

Wenn Verwandten und FreundInnen einem im Alltagsleben unterstützen, wie jetzt noch deine Eltern, werden allzu leicht einige Hilfeleistungen gar nicht erst gemerkt, weil sie "wie selbstverständlich" einfach schon immer so gelaufen sind. Darum ist es eine gute Übung, mehrmals, für einen ganzen Tag, Stunde für Stunde, ALLE Handlungen zu notieren die anderen übernehmen, d.h. was auch immer jemand anderem für Dich macht (auch im Hintergrund, z.B. Wäsche waschen), worauf Du angewiesen bist, weil Du das nicht selber tun kannst. Und wie lange die helfende Personen für jede Handlung haben. Ich bat auch die mir helfende Personen, es mir aufzuschreiben, was sie alles geleistet hatten... und manche kamen dabei in Verlegenheit, weil sie mich nicht schlecht fühlen lassen wollten, über ihre Arbeit für mich. Diese Art Informationssammlung ist jedoch unerlässlich, und natürlich das Gesamtbild das damit, zusammen mit den Arztberichten, über der Ausmass der Hilfebedarf entsteht.

Die Faktoren (Bereiche des Alltags) die für die Verfügung einer Hilflosenentschädigung und für den Assistenzbeiträgen in Betracht gezogen sind, sind nicht genau gleich. Dennoch hat es eine gewisse Überlappung. Darum kann es - je nach Situation und Arztberichte - manchmal sinnvoll sein, die Anträge auf Hilflosenentschädigung und Assistenzbeiträge zeitgleich zu stellen. Das macht dann nur eine Abklärung, statt zwei.

Auf jedem Fall würde ich Dir empfehlen, zuerst sehr gut nachzulesen, ob und in wie fern Du die gesetzlichen Bedingungen erfüllst. Das ist enorm viel Arbeit, aber dann weisst Du, was alles in der Abklärung in Betracht gezogen wird, und was nicht.

Hier http://www.bsv.admin.ch/vollzug/documen ... ategory:34 ist das KSIH - Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (gültig ab 1.3.2016).

Hier https://www.koordination.ch/fileadmin/f ... 1_1_16.pdf
ist das Kreisschreiben über den Assistenzbeitrag (Stand 1.1.2016).

Wünsch Dir Mut und Beharrlichkeit!


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BeitragVerfasst: So 15. Mai 2016, 12:12 
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Registriert: Do 5. Sep 2013, 16:23
Beiträge: 53
In diesem Thread viewtopic.php?f=7&t=146
kannst Du über das Messinstrument "FAKT" nachlesen, die von der IV-Stelle eingesetzt wird, um während ein Hausbesuch den Bedarf an Assistenz einzuschätzen.

Dazu ist noch zu bemerken:
Assistenzbeiträge werden nur an Personen verfügt, die ihren eigenen Haushalt selbstbestimmt führen, wie Du es für Dich vorhast.
Dadurch entsteht eine merkwürdigen Situation: so lange Du bei deinen Eltern wohnst, erhältst Du keine Assistenzbeiträge. Du kannst aber wohl nicht "einfach so auf gut Glück" ausziehen, bevor Du weisst, ob Du Assistenzbeiträge erhalten würdest oder nicht. Personen, die jetzt noch in einem Heim wohnen, und ausziehen wollen, haben dasselbe Problem.

Darum, sofern Du nach Abklärung sehr wohl Assistenzbeiträge verfügt bekommen würdest... gilt diese Verfügung sozusagen als "provisorisch", d.h. käme erst zum Zug, wenn Du sehr wohl ausziehst und einem eigenen Haushalt führst. Lass' Dir aber bitte nicht davon entmutigen: diese Situation ist der IV-Stelle bekannt.

Deine erste Schritte sind aber jetzt, so meine ich, Dich erst mal einzulesen, und zu verstehen, worin dein Bedarf (gemäss den Schublädchen des Gesetztes) besteht, damit Du deinen Antrag ganz informiert und stark stellen kannst.


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